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Imkerei Braun
Cremiger Rapshonig im Glas mit gelben Rapsblüten – Deutschlands beliebtester Honig
28.02.2026 · Honig-Sorten · 14 Min. Lesezeit · Von Gerhard Braun

Rapshonig: Deutschlands beliebtester Honig – Geschmack, Wirkung und die besten Rezeptideen

Cremig-weiß, mild-süß und unglaublich vielseitig: Rapshonig ist der meistverkaufte Honig Deutschlands. Erfahren Sie, was ihn enzymatisch besonders macht, wie er in der Naturheilkunde wirkt und welche Rezepte am besten zu seinem feinen Aroma passen.

Inhaltsverzeichnis

Geschmacksprofil: So schmeckt Rapshonig

Rapshonig ist der beliebteste Sortenhonig Deutschlands – und das hat gute Gründe. Sein mildes, dezent blumiges Aroma macht ihn zum perfekten Allrounder: Er süßt, ohne den Eigengeschmack anderer Zutaten zu überdecken.

Cremig-weißer Rapshonig auf Holzlöffel – mild-süßes Aroma sichtbar
Eigenschaft Rapshonig
Geschmack Mild-süß, dezent blumig, leicht kohlartiges Aroma
Farbe (flüssig) Hellgelb bis goldgelb
Farbe (kristallisiert) Cremig-weiß bis elfenbeinfarben
Konsistenz Fest bis cremig (wird von uns fein gerührt)
Kristallisation Sehr schnell – bereits nach 7–14 Tagen
Kategorie Reiner Blütenhonig
Erntezeit Mai – Juni (Frühtracht)

Rapshonig im Sortenvergleich

Im Vergleich zu anderen Honigsorten fällt auf: Rapshonig ist der mildeste unserer Honige – ideal für alle, die es süß, aber nicht aufdringlich mögen.

Sorte Geschmack Farbe Kristallisation
Rapshonig Mild, süß Weiß-cremig Sehr schnell (1–2 Wochen)
Lindenhonig Würzig, Menthol Goldgelb-bernstein Mittel (3–4 Wochen)
Kornblumenhonig Kräftig, malzig Dunkelgold Schnell (2–3 Wochen)
Akazienhonig Sehr mild, floral Fast wasserklar Sehr langsam (Monate)

Was steckt drin? Enzyme und Inhaltsstoffe

Rapshonig ist weit mehr als nur Zucker. In jedem Löffel stecken über 200 verschiedene Substanzen, die unsere Bienen bei der Verarbeitung des Nektars hinzufügen. Was Rapshonig enzymatisch besonders macht:

Honigwabe mit verdeckelten Zellen und Bienen – Enzyme werden beim Reifen gebildet
Enzym / Inhaltsstoff Funktion Besonderheit bei Rapshonig
Glucoseoxidase (GOX) Bildet Wasserstoffperoxid → antibakteriell Aktiv, aber empfindlich: Wird durch Hitze über 40 °C zerstört
Invertase Spaltet Saccharose in Glukose + Fruktose Hohe Aktivität – Qualitätsmarker für schonende Verarbeitung
Diastase (Amylase) Spaltet Stärke → verdauungsfördernd Diastasezahl mind. 8 nach DIB-Richtlinien
Inhibine Entzündungshemmende Wirkstoffe (inkl. H₂O₂) Mild, aber nachweisbar antibakteriell
Glukose Schnelle Energiequelle 41 % – deutlich höher als bei anderen Sorten → daher schnelle Kristallisation
Fruktose Langsame Energiequelle Ca. 39 % – fast ausgeglichenes Verhältnis
Aminosäuren Prolin als Reifemarker Prolingehalt zeigt den Reifegrad – bei unserem Honig stets über dem Grenzwert

Warum ist das wichtig? Die Enzyme im Honig sind hitzeempfindlich. Schon ab 40 °C beginnen sie, sich zu zersetzen. Deshalb ist es so wichtig, Honig richtig zu lagern und niemals in kochend heißen Tee zu rühren. In meiner Imkerei wird jeder Honig kaltgeschleudert und unerhitzt abgefüllt – so bleiben alle Enzyme intakt.

Rapshonig in der traditionellen Heilkunde

Honig wird seit Jahrtausenden als Hausmittel eingesetzt. Auch Rapshonig hat traditionell seinen festen Platz in der Naturheilkunde – wenn auch mit einem Schwerpunkt, der ihn von anderen Sorten unterscheidet.

Tasse warmer Tee mit Rapshonig und Kräutern – traditionelles Hausmittel

Wofür wird Rapshonig traditionell eingesetzt?

  • Magenfreundlichkeit: Rapshonig enthält weniger Säuren als dunklere Sorten und gilt daher als besonders magenschonend und gut verträglich – auch bei empfindlichem Magen.
  • Erkältung & Halsschmerzen: Ein Löffel Rapshonig in warmem (nicht heißem!) Tee beruhigt gereizte Schleimhäute. Die milde Süße macht ihn besonders bei Kindern beliebt.
  • Beruhigung & Schlaf: Traditionell wird ein Glas warme Milch mit Rapshonig vor dem Schlafengehen empfohlen. Die Glukose fördert die Serotonin- und Melatoninproduktion.
  • Schnelle Energie: Durch den hohen Glukoseanteil (41 %) geht Rapshonig besonders schnell ins Blut – beliebt bei Sportlern als natürlicher Energielieferant.
  • Hautpflege: Rapshonig wird in der Volksmedizin als Gesichtsmaske verwendet – die Enzyme und die Feuchtigkeit sollen die Haut geschmeidig halten.

Hausmittel-Rezepte mit Rapshonig

Honigmilch bei Einschlafproblemen: 200 ml warme (nicht heiße) Milch + 1 TL Rapshonig. Gut umrühren, langsam trinken.

Honig-Zwiebel-Saft bei Husten: 1 Zwiebel fein würfeln, mit 3 EL Rapshonig übergießen, 6 Stunden ziehen lassen. Den entstandenen Sirup löffelweise einnehmen.

Hinweis: Honig ist ein Lebensmittel, kein Medikament. Die genannten Anwendungen sind traditionell überliefert, aber nicht alle wissenschaftlich belegt. Honig sollte niemals an Kinder unter 1 Jahr gegeben werden.

Rapshonig in der Küche

Gerade weil Rapshonig so mild und dezent schmeckt, ist er der perfekte Honig für die Küche. Er süßt, ohne den Geschmack anderer Zutaten zu überlagern – anders als kräftige Sorten wie Kornblumenhonig oder Heidehonig.

Rapshonig als Zutat in der Küche – Dressing mit Honig und frischen Kräutern

Die besten Verwendungen

Kategorie Empfehlung
Brotaufstrich Pur auf Vollkornbrot oder Brioche – cremige Konsistenz ideal zum Streichen
Tee & Getränke Kamillentee, Fencheltee, warme Milch – milde Süße ohne den Teegeschmack zu verändern
Dressings Honig-Senf-Dressing: 2 EL Rapshonig + 1 EL Senf + 3 EL Olivenöl + 1 EL Apfelessig
Marinaden Für Hähnchen oder Lachs: Rapshonig + Sojasauce + Ingwer + Knoblauch
Müsli & Joghurt Ein Teelöffel cremiger Rapshonig über Naturjoghurt mit Früchten
Backen Als Zuckerersatz in Kuchen und Keksen (Faustregel: 80 g Honig ersetzen 100 g Zucker)
Käse-Pairings Passt hervorragend zu mildem Ziegenkäse, Brie und Camembert
Smoothies Banane + Rapshonig + Hafermilch + Zimt – natürlich gesüßt

Mein persönlicher Tipp: Rapshonig auf warmem, frisch getoastetem Bauernbrot mit einer Prise Fleur de Sel. Die Kombination aus cremigem Honig und Salzkristallen ist unschlagbar einfach und unschlagbar gut.

Lagerung und Kristallisation

Rapshonig hat eine Besonderheit, die Honig-Neulinge manchmal überrascht: Er kristallisiert extrem schnell – oft schon nach 7 bis 14 Tagen. Das liegt an seinem hohen Glukoseanteil von rund 41 %. Warum Honig kristallisiert und dass das ein Qualitätsmerkmal ist, erklären wir in einem eigenen Artikel.

Deshalb rühren wir in meiner Imkerei den Rapshonig gezielt cremig: Durch kontrolliertes Rühren über mehrere Tage entstehen feinste Kristalle, die dem Honig seine buttrige, streichzarte Konsistenz geben. Das Ergebnis: ein Honig, der sich perfekt aufs Brot streichen lässt.

Tipps zur Lagerung:

  • Temperatur: 15–18 °C ist ideal. Nicht in den Kühlschrank!
  • Licht: Dunkel lagern – Licht baut Enzyme ab
  • Verschluss: Immer fest verschließen (Honig zieht Feuchtigkeit an)
  • Nicht erhitzen: Nie über 40 °C – sonst gehen Enzyme und Inhibine verloren

Woran erkennt man echten Rapshonig?

Nicht jeder Honig, der „Rapshonig" heißt, verdient diesen Namen. So erkennen Sie Qualität:

  1. Farbe: Echter Rapshonig ist cremig-weiß bis elfenbeinfarben. Ist er dunkelgelb, enthält er wahrscheinlich andere Trachtanteile.
  2. Konsistenz: Cremig-fest und streichzart. Flüssiger „Rapshonig" wurde vermutlich erhitzt – dann fehlen die wertvollen Enzyme.
  3. Geschmack: Mild und süß mit dezenter Blütennote. Kein bitterer oder scharfer Nachgeschmack.
  4. Herkunft: Achten Sie auf „Echter Deutscher Honig" (DIB-Siegel) oder kaufen Sie direkt beim regionalen Imker.
  5. Kristallisation: Rapshonig, der nach Wochen noch flüssig ist, wurde industriell verarbeitet. Natürliche Kristallisation ist ein Qualitätsmerkmal.

Fazit: Rapshonig – der Allrounder unter den Honigen

Rapshonig ist nicht umsonst Deutschlands beliebtester Honig. Seine milde Süße macht ihn zum perfekten Begleiter in der Küche, seine cremige Konsistenz zum idealen Brotaufstrich, und seine Enzyme und Inhaltsstoffe machen ihn zu weit mehr als nur einem Süßungsmittel.

Wer mehr über die Pflanze erfahren möchte, die diesen Honig möglich macht, findet alles Wissenswerte in unserem Artikel über Raps als Trachtpflanze.

Bei uns in der Imkerei Gerhard Braun wird jeder Rapshonig kaltgeschleudert, cremig gerührt und naturbelassen abgefüllt. So kommen alle Enzyme, Vitamine und Aromastoffe bei Ihnen an – genau so, wie die Bienen sie für uns gemacht haben.

Unseren cremigen Rapshonig probieren?

Cremig gerührt, mild-süß und voller Enzyme – unser Rapshonig direkt aus der Imkerei in Hille.

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Gerhard Braun

Gerhard Braun

Berufsimker aus Hille mit 80 Bienenvölkern. Wanderimkerei von OWL bis zur Lüneburger Heide. Seit 2025 hauptberuflich Imker.

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