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Imkerei Braun
Honigglas mit Etikett – neue Honigverordnung 2026 Herkunftsangabe
08.04.2026 · Honigwissen · 8 Min. Lesezeit · Von Gerhard Braun

Neue Honigverordnung 2026: Was sich ab Juni beim Honigkauf ändert

Ab dem 14. Juni 2026 müssen alle Herkunftsländer und deren Anteile in Prozent auf dem Honigglas stehen. Schluss mit 'Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern'. Was bedeutet das für Verbraucher?

Inhaltsverzeichnis

Am 14. Juni 2026 tritt die neue Honigverordnung in Kraft. Sie wird die Art, wie Honig in Deutschland verkauft und gekennzeichnet wird, grundlegend verändern. Für Verbraucher ist das eine gute Nachricht – erstmals wird sichtbar, woher der Honig im Glas wirklich stammt.

Als Berufsimker aus Hille begrüßen wir diese Änderung. Denn wer regionalen Honig kauft, hat nichts zu verbergen. In diesem Artikel erklären wir, was sich ändert, warum die Verordnung nötig war und worauf Sie beim Honigkauf achten sollten.

Was ändert sich ab Juni 2026?

Die wichtigste Änderung: Alle Herkunftsländer müssen auf dem Etikett stehen – mit Prozentangabe.

Bisher stand auf vielen Honiggläsern im Supermarkt nur die vage Angabe:

„Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern"

Das ist ab dem 14. Juni 2026 nicht mehr erlaubt. Stattdessen muss auf dem Etikett zum Beispiel stehen:

Ursprungsländer: Ukraine 45 %, Argentinien 30 %, Rumänien 15 %, Mexiko 10 %

Die Herkunftsländer müssen in absteigender Reihenfolge aufgelistet werden, und der prozentuale Anteil jedes Landes muss angegeben werden (mit einer Toleranz von 5 %).

Warum kommt die neue Verordnung?

Die EU hat die Änderungsrichtlinie (EU) 2024/1438 beschlossen, um mehr Transparenz auf dem Honigmarkt zu schaffen. Die Gründe:

  • Verbrauchertäuschung beenden: Die bisherige Kennzeichnung „EU-/Nicht-EU-Mischung" verschleierte systematisch die wahre Herkunft.
  • Faire Bedingungen für Imker: Europäische Imker konkurrieren mit billigem Import-Honig, dessen Herkunft bisher verschleiert wurde.
  • Honigfälschungen bekämpfen: Durch bessere Rückverfolgbarkeit wird es schwieriger, gepanschten Honig in den Handel zu bringen.

Der Deutsche Imkerbund nannte die Änderung „längst überfällig" – und wir stimmen zu.

Was muss künftig auf dem Etikett stehen?

Die neue Verordnung unterscheidet zwischen zwei Fällen:

Honig aus einem Land

Wenn der Honig komplett aus einem Land stammt, wird einfach das Herkunftsland angegeben: „Ursprungsland: Deutschland". Das war auch bisher schon so – und genau das steht auf unseren Gläsern.

Honigmischungen (mehrere Länder)

Bei Mischungen müssen alle Herkunftsländer aufgelistet werden:

  • In absteigender Reihenfolge nach Anteil
  • Mit Prozentangabe neben jedem Land
  • Bei mehr als 4 Ländern: Die 4 größten Anteile in Prozent, sofern sie zusammen über 50 % ausmachen
  • Für kleine Verpackungen unter 30 g sind ISO-Ländercodes erlaubt

Übergangsfrist

Honig, der vor dem 14. Juni 2026 abgefüllt und etikettiert wurde, darf noch abverkauft werden. Es wird also eine Übergangszeit geben, in der beide Kennzeichnungen im Regal stehen.

Woher kommt der Honig im Supermarkt wirklich?

Die Zahlen sind für viele überraschend:

Fakt Zahl
Honigverbrauch Deutschland 2024 85.100 Tonnen
Selbstversorgungsgrad Nur 37 %
Importmenge 2024 72.600 Tonnen
Größter Lieferant Deutschland Ukraine (22 %)
Zweitgrößter Lieferant Argentinien (14 %)
Größter Lieferant EU gesamt China (37 % aller EU-Importe)

Nur 37 % des in Deutschland verzehrten Honigs stammt auch aus Deutschland. Der Rest wird importiert – vor allem aus der Ukraine, Argentinien, Rumänien und Mexiko. Auf EU-Ebene ist China mit 37 % der größte Honiglieferant.

Ab Juni 2026 wird das für jeden Verbraucher auf dem Etikett sichtbar.

Das Problem mit gepanschtem Honig

Import-Honig hat nicht nur lange Transportwege – er ist auch häufig gepanscht. Das bedeutet: Dem echten Honig werden Zuckersirupe beigemischt, um die Menge zu strecken und den Preis zu drücken.

Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) ließ Honigproben aus dem Supermarkt in einem estnischen Labor per DNA-Sequenzierung untersuchen. Das erschreckende Ergebnis: 80 % der getesteten Proben waren gepanscht.

Für Verbraucher ist das praktisch nicht erkennbar – die Sirupe sind geschmacksneutral und verändern weder Farbe noch Konsistenz.

Kritik: Die Verordnung hat auch Schwächen

Trotz der Verbesserungen sieht der DBIB auch Risiken in der neuen Verordnung:

  • Backhonig-Lücke: Honig, dem Pollen weitgehend entzogen wurde, darf künftig als „Backhonig" verkauft werden. Das Problem: Ohne Pollen ist eine Herkunftsbestimmung per DNA-Analyse kaum noch möglich. Industriell raffinierte Zuckersirupe könnten so leichter als „Backhonig" durchgehen.
  • Fehlende Kontrollen: Die Verordnung regelt die Kennzeichnung, aber nicht die Kontrolle. Es fehlen verpflichtende Laboruntersuchungen an den EU-Außengrenzen.
  • Kosten für Abfüller: Einmalige Anpassungskosten von rund 634.000 Euro und jährliche Mehrkosten von 635.000 Euro treffen vor allem die großen Abfüllbetriebe. Ein Preisanstieg von mindestens 5 % bei Honigmischungen ist wahrscheinlich.

Die Verordnung ist ein Schritt in die richtige Richtung – aber kein Allheilmittel gegen Honigfälschungen.

Warum regionaler Honig die sicherste Wahl ist

Bei regionalem Honig direkt vom Imker wissen Sie immer, woher der Honig kommt – ganz ohne Verordnung. Unsere Gläser tragen seit jeher die Angabe „Ursprungsland: Deutschland".

Hier ein Vergleich:

Regionaler Honig Supermarkt-Mischung
Herkunft Genau bekannt (z.B. Hille, 32479) Oft 4+ Länder gemischt
Transportweg Wenige Kilometer Tausende Kilometer
Verarbeitung Nicht erhitzt, nicht gefiltert Oft erhitzt und ultrafein gefiltert
Panschungsrisiko Praktisch null Bis zu 80 % betroffen
Imker persönlich bekannt Ja Nein
Unterstützt lokale Wirtschaft Ja Nein

Unser Honig stammt zu 100 % aus eigener Ernte. Unsere 80 Bienenvölker stehen in Hille, Petershagen, Minden und Lübbecke – oder auf Wanderschaft in der Lüneburger Heide und dem Harz. Sie wissen immer genau, woher Ihr Honig kommt.

5 Tipps für den Honigkauf ab 2026

  1. Lesen Sie das Etikett: Ab Juni 2026 müssen alle Herkunftsländer draufstehen. Je weniger Länder, desto besser nachvollziehbar.
  2. Kaufen Sie regional: Honig direkt vom Imker oder mit klarer Herkunftsangabe „Deutschland" ist die sicherste Wahl.
  3. Achten Sie auf den Preis: Echter deutscher Honig kostet 14–25 €/kg. Honig für 5 €/kg kann kaum echt sein.
  4. Fragen Sie den Imker: Ein guter Imker kann Ihnen sagen, von welcher Tracht und welchem Standort der Honig stammt.
  5. Vorsicht bei „Backhonig": Die neue Kategorie könnte ein Einfallstor für minderwertige Produkte werden.

Fazit: Mehr Transparenz ist gut – regional ist besser

Die neue Honigverordnung ist ein wichtiger Schritt für mehr Transparenz. Verbraucher werden erstmals sehen, dass viele günstige Honige aus der Ukraine, China oder Argentinien stammen – und oft aus mehreren Ländern zusammengemischt werden.

Wer sicher sein will, kauft seinen Honig direkt beim Imker aus der Region. Bei uns wissen Sie nicht nur, aus welchem Land der Honig kommt – sondern aus welchem Ort.

Honig direkt vom Imker – ohne Umwege

Bei uns wissen Sie immer, woher Ihr Honig kommt: aus Hille, 32479. Probieren Sie unsere 9 Sorten.

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Gerhard Braun

Gerhard Braun

Berufsimker aus Hille mit 80 Bienenvölkern. Wanderimkerei von OWL bis zur Lüneburger Heide. Seit 2025 hauptberuflich Imker.

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